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Für die Castiglioni Weltkarte aus dem Jahr 1525 wurden vier
Pergamente zu einer Karte mit den Maßen von insgesamt 81,5
x 214 cm zusammengefügt, auf die die ganze vor fast 500 Jahren
bekannte Welt gezeichnet war. Der Original Titel, Umfassende
und gewissenhafte Karte der Seefahrt, steht einerseits für
die Beschreibung der damaligen Welt, andererseits für die
besondere technische Sorgfalt, die der Kartograph auf ihre Herstellung
verwendete. Diese von Windlinien überzogene Seekarte ist
von überragender historischer und kartographischer Bedeutung,
da es sich um das allererste Dokument handelt, das die Theorie
von der Kugelform der Erde belegt. [Klicken Sie auf das Bild
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Der Zeichner ist der Kartograph Diego Ribeiro, der vom spanischen
Königshaus beauftragt war, die durch Magellans Entdeckungen
gewonnenen neuen geographischen Erkenntnisse bildlich darzustellen.
Ribeiro zeichnete den Erdkreis wie er sich unmittelbar nach der
ersten Weltumsegelung Magellans und der Erforschung der nordainerikanischen
Küste durch Estevan Gomez dargestellt hat.
Der italienische Staat hat die Weltkarte im Jahr 2000 von Graf
Castiglioni aus Mantua erworben. Das italienische Ministerium
für Kultur hat die Biblioteca Estense Universitaria in Modena
mit der Bewahrung dieses einmaligen Schatzes betraut, da dort
bereits eine der bedeutendsten kartographischen Sammlungen der
Welt verwahrt wird.
Die Karte ist ein Geschenk von Kaiser Karl V. von Habsburg an
Baldassare Castiglioni (1478-1529), einer der überragenden
Persönlichkeiten der Renaissance in Italien. Er wirkte am
Hofe der Gonzaga und Montefeltro. Später wurde er von Papst
Clemens VII. als apostolischer Nuntius nach Spanien berufen.
Für die Seekartographie zu Beginn des 16. Jahrhunderts
war die Castiglioni-Weltkarte zum einen deshalb so wichtig, weil
sie die genaueste Karte jener Zeit darstellt und zum andern, weil
es sich um die erste wissenschaftlich korrekte Karte handelt,
deren Aufbau sich auf die Linie des Äquators bezieht.
Die Karte dokumentiert erstmals glaubwürdig die historischen
geographischen Entdeckungen. Das von höchster Instanz geförderte
Streben nach größtmöglicher Genauigkeit hatte
sehr gewichtige wirtschaftliche Gründe, denn nur mit exaktem
Kartenmaterial konnte der profitable Handel mit Indien einigermaßen
sicher verlaufen.
Instrumente und Hilfsmittel die für die Navigation nützlich
waren, sind genauestens eingezeichnet. So z. B. ein nautisches
Astrolabium, ein circulus solaris, und ein Quadrant.
Die Küstenumrisse der neu entdeckten und der schon bekannten
Welt sind markant hervorgehoben und akkurat mit Ortsnamen versehen.
Dagegen tauchen im Innern des Kontinents außer Jerusalem
und Kairo oder einigen Länderbezeichnungen wie z. B. Sachsen
und Preußen so gut wie keine geographischen Bezugspunkte
auf. Sehr schön sind die Flaggen jener beiden Staaten zu
erkennen, die in der damaligen Zeit die Eroberungen der Welt unter
sich ausmachten, Spanien und Portugal, sowie die im Vertrag von
Tordesillas im Jahr 1494 beschlossene Demarkationslinie zwischen
dem spanischen und dem portugiesischen Einflußbereich.
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